Während meines Auslandsaufenthalts in Madrid (Spanien) hatte ich die Möglichkeit, das Leben in der spanischen Hauptstadt zu erleben. Ich wohnte bei drei Schwestern des Franziskanerordens –Schwester Iraida, Schwester Grace und Schwester Jose. Diese leben in einem Haus der Caritas, in dem einkommensschwache Familien ein Zuhause finden.
Meine Reise begann an einem Freitagmorgen am Flughafen in Berlin. Es war mein erster Flug, was für mich eine große Herausforderung darstellte, da ich immer Angst vor dem Fliegen hatte. Nachdem ich die Sicherheitskontrolle und das Check-in passiert hatte, wurde ich zunehmend angespannter. Doch in dem Moment, als das Flugzeug abhob, fiel die ganze Aufregung von mir ab. Ich stellte fest, dass es ein großartiges Gefühl ist, zu fliegen und die Welt von oben zu sehen. Trotz schwitziger Hände verlief der Flug insgesamt gut und ich konnte meine Nervosität schnell hinter mir lassen.
Am Flughafen in Madrid angekommen, wurde ich von einer der Schwestern herzlich empfangen. Gemeinsam fuhren wir mit der Metro zu ihrem Haus. Dort haben mich die anderen beiden Schwestern ebenfalls sehr herzlichund freundlich begrüßt. Die Atmosphäre ließ mich sofort wohl und willkommen fühlen. Anfangs fiel es mir schwer, mich mit den Schwestern zu verständigen, da meine Spanischkenntnisse sich auf das Schulspanisch begrenzten. Mithilfe eines Übersetzers, meiner vorhandenen Sprachkenntnisse und Gestikulation konnten wir uns dennoch gut verständigen. Im Laufe meines Aufenthalts verbesserte sich mein Spanisch deutlich, sodass ich am Ende vieles sehr gut verstehen konnte.
Schwester Iraida hatte mir bereits im Voraus einen Plan für meine zwei Wochen in Madrid ausgedruckt, sodass ich einen guten Überblick über meine Aufgaben hatte. Meine Tätigkeiten umfassten verschiedene soziale Engagements, darunter:
• Mithilfe in einer Suppenküche (Die, Mi, Fr): Jeden Morgen begann der Tag mit einer Messe, bevor wir in der Suppenküche arbeiteten. Zu meinen Aufgaben gehörte es, Lebensmittel vorzubereiten, Gemüse klein zu schneiden und das Essen an Bedürftige zu servieren. Die Arbeit dort hat mir große Freude bereitet, insbesondere weil ich wusste, dass ich Menschen unterstützen konnte, die wirklich Hilfe benötigen.
• Frühstücksausgabe in der Kirche San Antón (Mo, Do): In der Kirche verteilte ich Frühstück an Bedürftige. Dabei kam ich mit vielen Menschen ins Gespräch, oft auf Englisch. Besonders hat mich dabei die Dankbarkeit der Leute beeindruckt.
• Zeit mit den Kindern des Hauses: Abends spielte ich mit den Kindern, die im Haus der Caritas lebten. Wir spielten Fußball, Volleyball und Karten. Die Kinder bemühten sich sehr, mit mir Englisch zu sprechen, was ich unglaublich schön fand.
• Morgens begann mein Tag mit der Laudes, einem Morgengebet, das ich gemeinsam mit den Schwestern betete. Am Sonntag nahm ich an einem Gottesdienst teil, den Jugendliche gestalteten. Anschließend gab es einen Austausch, bei dem wir uns über unsere Erfahrungen und Gedanken über verschiedene Themen und unseren Glauben unterhielten. Außerdem war ich bei einem Gebet für den Papst in der Kathedrale dabei.
Neben meiner Arbeit hatte ich auch die Möglichkeit, an verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Ein besonderes Highlight war unser Ausflug in einen Park, um die blühenden Mandelbäume zu bestaunen. Diese blühen nur für ein bis zwei Wochen im Jahr, weshalb es ein einzigartiges Erlebnis war. Zudem unternahmen wir einen Tagesausflug in die historische Stadt Segovia, wo wir viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten erkundeten. Außerdem zeigte mir ein Mädchen, welches auch in dem Haus wohnt, die Stadt Madrid, mit all Ihren Sehenswürdigkeiten.
Mein Auslandsaufenthalt in Madrid war eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Ich konnte nicht nur meine Sprachkenntnisse im Spanischen und Englischen verbessern, sondern auch wertvolle soziale Erfahrungen sammeln. Besonders berührt hat mich die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen, die ich kennenlernen durfte. Die Arbeit mit Bedürftigen sowie die Zeit mit den Kindern haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und zu helfen, wo es nötig ist. Ich bin dankbar für diese wertvolle Zeit und werde die Erlebnisse in Madrid immer in guter Erinnerung behalten.