Drei Wochen. Das klingt ziemlich lang, war es auch, aber irgendwie auch nicht. Ich war der Erste, der geflogen ist, daher hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde, aber es hat sich als eine sehr bereichernde Erfahrung herausgestellt.
An meinem Abflugtag hatte ich noch alle Zeit der Welt meine Sachen zusammenzupacken und mich von allen zu verabschieden, dann bin ich los zum Flughafen. Vorher bin ich einmal geflogen, also auch das war neu für mich, aber dank einer Einweisung von verschiedensten Personen wusste ich die groben Abläufe. Also vorher schon eingecheckt, am Flughafen an den Schalter, dann Koffer abgeben, erste Hürde geschafft. Jetzt noch durch die Securety und dann hatte ich ziemlich viel Zeit. Als ich mein Gate wusste, habe ich mich dann langsam auf den Weg dorthin gemacht und dann noch die Zeit mit Lesen verbracht. Auch der Flug lief, wie alles bisher sehr entspannt. Einsteigen, aussteigen, Rom. In Rom angekommen gab es dann das erste Problem. Auf den Monitoren wurde nicht angezeigt, auf welchem Band wir die Koffer abholen konnten. So stand ich mit meinem Ganzen Flug vor diesen Monitoren, bis uns gesagt wurde von einem Mitarbeiter, auf welchem Band unsere Koffer lagen. Draußen wurde ich dann von Pater Enzo abgeholt, mit ihm habe ich mich auf der Fahrt dann noch ein bisschen unterhalten. Im Haus der „Missionari Oblati di Maria Immacolata“ wurde ich auch vom Rest der Bewohner herzlich begrüßt. Hier wohnen zwei, die studieren und nur hier leben, drei Novizen und fünf Ordensbrüder im Alter von 25 bis 74, aber die meisten eher Mitte 20 bis Mitte 30.
Ein normaler Tag sah so aus, dass ich um 7:15 mit den Novizen die Laudes gebetet habe, dann etwas gearbeitet habe, oder erstmal noch Pause gemacht habe. Um 13 Uhr gab es Mittagessen, zubereitet von einer Frau, die für die Männer dort wie deren Nonna ist. Danach ist klassischer weise Riposo, also eine Mittagsruhe bis ca. 16 Uhr. Danach dann bis 19 Uhr wieder etwas arbeiten und dann Rosenkranz beten und heilige Messe feiern, oder Messe und Anbetung. So richtig viele Aufgaben hatte ich leider nicht. Ich habe ein Bisschen im Garten mitgeholfen, bei der Reinigung oder in der Küche, aber viel mehr gab es für mich eigentlich nicht zu tun.
Das absolute Highlight dieser drei Wochen war eine ewige Profess von Bruno in Sant’Andrea Apostolo dello Ionio in Kalabrien. Dafür sind wir erst nach Cosenza gefahren zu einem anderen Oblaten, wo wir uns mit dem Chor getroffen und geübt haben und die erste Nacht verbracht haben. Am nächsten Tag sind wir dann weiter in den Süden gefahren. Dort war am Vorabend noch ein Wortgottesdienst für Bruno, in Vorbereitung auf den nächsten Tag. Dort wurde auch sein Kreuz gesegnet. Das alles hat sich ein bisschen wie bei einer Hochzeit angefühlt, es war sehr berührend. Am Sonntag war der große Tag dann da. Sehr viele Menschen sind von sehr weit weggekommen, teilweise sogar aus Spanien. Auch diese Messe war sehr besonders, auch wenn ich längst nicht alles verstanden habe, weil sie natürlich auf Italienisch war.
Das bringt mich auch gleich zur Sprache. Das war so halb ein Problem. Ich spreche kein Italienisch, aber wenn ich mich wirklich anstrenge verstehe ich manchmal Bruchteile. Das hat mich im allerersten Moment gerettet, aber immer, wenn ich jemandem vorgestellt wurde musste ich dann auf meine Begleitung hoffen, dass mir übersetzt wurde. Aber auch das war manchmal nicht so einfach, weil viele mit denen ich Kontakt hatte kein englisch sprechen. Wie sich herausstellte ist der Englischunterricht in Italien nämlich auf Italienisch, wodurch sie sehr wenig Englisch sprechen, was ich dann auch gemerkt habe. Aber irgendwie haben wir auch diese Hürde alle zusammen überwunden, wodurch ich sehr schöne, spannende und bereichernde drei Wochen erleben durfte.